Haustechnik

In der Schweiz sind wohl kaum noch Gebäude zu finden, die völlig ohne Technik benutzt werden. Beleuchtung, Heizung/Lüftung/Klima oder andere ausgeklügelte Anlagen zur Versorgung mit Medien oder zur Entsorgung von Abfallstoffen arbeiten oft zuverlässig im Verborgenen – rund um die Uhr. Sie werden erst dann beachtet, wenn einmal etwas nicht funktioniert. Damit wird Haustechnik zu einem wichtigen Zahnrad im Managementsystem für Qualität, Umwelt- und Arbeitsschutz.

 

Haustechnik macht uns das Leben komfortabel. Gut eingestellt und richtig gewartet, sorgt sie für Leistungsfähigkeit der Menschen und der Anlagen oder Geräte am Arbeitsplatz, sei es im Büro, im Lager, im Labor, in der Produktion oder in anderen Räumen. Doch: was heisst „gut eingestellt und richtig gewartet“?

Wir wollen hier ein paar Anregungen zur Haustechnik im weiteren Sinn geben:

Beleuchtung

Je nach Arbeitsaufgabe sind Lichtstärke, Anzahl und Ausrichtung der Lichtquellen unterschiedlich zu gestalten. Die Beleuchtung beeinflusst die Arbeitsausführung hinsichtlich Qualität, z.B. die Farbwahrnehmung in der Malerei, das dreidimensionale Sehen dank Schattenwurf bei feinmechanischen Arbeiten oder die Konzentrationsfähigkeit am CAD- oder Computer-Bildschirm.

Gleichzeitig ist passende Beleuchtung ein wichtiger Faktor, um Ermüdung vorzubeugen, d.h. Bestandteil der ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung. Damit kann unter anderem Augenproblemen, Verspannungen oder Rückenbeschwerden vorgebeugt werden – oft mit geringem Aufwand.

Link zur Wegleitung ArGV3 des Seco: Beleuchtung in der Wegleitung zur ArGV3

Suva-Checkliste 67051 Beleuchtung am Arbeitsplatz

Heizung/Lüftung/Klima

Das Raumklima beeinflusst die Arbeitsausführung und das Wohlbefinden der Menschen am Arbeitsplatz. Wenn Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftwechsel und Strahlungstemperatur gut aufeinander abgestimmt sind, befinden wir uns in der Komfortzone – wobei diese jedoch von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein kann. Allein über die wünschenswerte Raumtemperatur gibt es oft mindestens gleich viele Meinungen wie Menschen, die im gleichen Raum arbeiten.

Die Wegleitung des Seco weicht dieser Tatsache nicht aus: „Akzeptabel ist ein Zufriedenheitsgrad von ca. 85 % der betroffenen Personen, wie er in der Norm SN EN ISO 7730 angegeben wird.“ Bei Diskussionen kann die Wegleitung mit ihren Fachinformationen und Tabellen dabei unterstützen, sich im Team zu einigen. Es wird darin auf vertiefende Literatur verwiesen.

Besonders wichtig ist die Luftqualität, d.h. die Zusammensetzung der Luft, die möglichst schadstofffrei sein sollte. Für die Arbeitsumgebung von Menschen sind dafür die MAK-Werte (maximale Arbeitsplatzkonzentration) als Belastungsindikator massgeblich.

Es sind jedoch bereits so “banale“ Faktoren wichtig wie die korrekte Wartung raumlufttechnischer Anlagen, um Keime zu reduzieren und die Übertragung von Krankheiten zu verhindern.

Suva-Checkliste 6807 Instandhaltung von raumlufttechnischen Anlagen

Für die Produktion oder Lagerung von Produkten können ganz spezielle Bedingungen hinsichtlich Raumklima oder Luftqualität notwendig sein, je nach Herstellverfahren, Stabilität der Inhaltsstoffe oder andere Qualitätsanforderungen. Es besteht eine grosse Vielfalt an notwendigen Rahmenbedingungen, zum Beispiel stabiles Raumklima zur Reduktion statischer Aufladung, tiefe Minustemperaturen oder Reinraum.

Solche speziellen Bedingungen erfordern angemessene Massnahmen für die Gesundheit der dort eingesetzten Mitarbeitenden: Arbeitsgestaltung und –organisation, geeignete persönliche Schutzausrüstung und Überwachung der Gesundheit der betroffenen Mitarbeitenden.

Direkte Links zur Wegleitung ArGV3 des Seco: Raumklima in der Wegleitung zur ArGV3, Lüftung in der Wegleitung zur ArGV3, Luftverunreinigung in der Wegleitung zur ArGV3

Und der Umweltschutz?

Haustechnische Anlagen verbrauchen Energie und können – je nach Aufgabe, Konzeption und Alter – regelrechte Energiefresser sein. Bei Klimaanlagen, Wärmepumpen oder in der Hochtemperatur-Prozesstechnik kommen noch die Kältemittel oder Wärmeträgermedien dazu, welche teilweise als umweltschädlich gelten.

Schon organisatorische Massnahmen können die Umweltauswirkungen reduzieren und die Energieeffizienz steigern, zum Beispiel:

  • Betriebskonzept für Haustechnik-Anlagen mit den relevanten Partnern (z.B. Raumnutzer, Geschäftsleitung, Mitarbeitervertretung) vereinbaren und schriftlich festlegen. Darin für Heizung und Klimatisierung verbindlich kommunizieren, ab welcher Aussentemperatur welche Innenräume auf welche Temperatur gekühlt oder beheizt werden.
  • Heizungssteuerung: Nacht- und Wochenendabsenkung. Reduktion der Raumtemperatur über Feiertage oder Betriebsferien.
  • Benchmarking: eigenen Verbrauch an Heizenergie mit dem tatsächlichen Heizbedarf gemäss Witterungsverlauf am Standort vergleichen. Hilfsmittel: Heizgradtag-Statistik des Hauseigentümer-Verbands (www.hev-schweiz.ch).
  • Mitarbeitende für Stosslüftung sensibilisieren – im Winter und im Sommer, um Wärme entweder drinnen oder draussen zu halten.
  • Filterwechsel und ähnliche Tätigkeiten an Anlagen z.B. nach Verschmutzungsgrad und nicht nach Betriebsstunden durchführen (bei hohem Verschmutzungsgrad beachtlicher Anstieg des Energiebedarfs).
  • Bei Änderungen an Anlagen oder bei der Evaluation von neuen Komponenten jeweils das Gesamtkonzept auf Verbesserungspotenzial untersuchen, z.B. Möglichkeiten zur Abwärmenutzung. Damit kann zum Beispiel verhindert werden, dass zwei benachbarte Anlagen gleichzeitig Wärme produzieren und Wärme vernichten.

Fazit: Gut eingestellte und gewartete Haustechnik-Anlagen schaffen die Rahmenbedingungen, damit

  • Produkte oder Dienstleistungen unter definierten Bedingungen bereitgestellt werden
  • die Menschen an ihren Arbeitsplätzen leistungsfähig sind und gesund bleiben
  • Energie möglichst effizient genutzt wird, womit Emissionen reduziert werden und Geld gespart wird

…Gründe genug, um noch heute das Gespräch mit den Kollegen von der Haustechnik zu suchen und ihnen für ihre zuverlässige Hintergrundarbeit zu danken. Dabei ergibt sich vielleicht auch ein Gespräch über Potenziale zur Weiterentwicklung, z.B. zu mehr Gesundheitsschutz oder zum Energiesparen.

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