Kontext der Organisation

Der «Kontext der Organisation» ist ein Begriff, der in der sogenannten High Level Structure verankert ist, welche die Managementsysteme nach ISO als einheitliche Grundstruktur haben. Somit ist dieses Thema in allen ISO-Managementsystem-Normen im Kapitel 4 zu finden.

Beim „Kontext der Organisation“ werden die allgemeinen Anforderungen an das Unternehmen identifiziert und festgelegt. Sie bilden den Rahmen für die Umsetzung und Ausprägung des Führungssystems und damit des Managementsystems:

  • Was ist der Zweck der Organisation?
  • Was sind die wichtigsten Einflussfaktoren, Themen und Trends? Intern und extern?
  • Wer hat welche Anforderungen und Erwartungen an das Unternehmen, sei es zu seinen Tätigkeiten und Anlagen, sei es bezüglich der Dienstleistungen oder Produkte?

Zudem werden die Systemgrenzen festgelegt, um zu definieren, was das Managementsystem alles umfasst. Dabei werden externe und interne Themen als Einflussfaktoren laufend analysiert und wesentliche Änderungen dieser Faktoren im Managementsystem und der Prozessgestaltung berücksichtigt.

Bei der Identifikation der relevanten Themen hilft PESTEL: aus den Perspektiven Politik, Ökonomie (englisch Economy), Sozio-kulturell, Technologie, Ökologie (englisch Ecology) und Gesetzlich (englisch Legal) werden in einem Brainstorming Einflussfaktoren gesammelt. Es wird ein  konkreter Bezug zu Aktivitäten, Standort und Produkten des Unternehmens  hergestellt und jeder Einflussfaktor wird auf seine Relevanz für das eigene Unternehmen bewertet. Daraus können Chancen und Gefahren abgeleitet werden, welche in die Strategie einfliessen. (Abbildung 1)

Fazit

Die neue Forderung „Kontext der Organisation“ schliesst viel mehr an die Strategie der Organisation an, als das bei früheren Versionen der ISO-Managementsysteme der Fall war. Damit soll auch ein Lückenschluss zwischen strategischer Führung und den integrierten Managementsystemen erreicht werden. (Abbildung 2)

Durch das Verständnis des Kontexts der Organisation werden die Tätigkeiten einer Organisation nicht mehr isoliert betrachtet, sondern in Zusammenhang mit ihrem internen und externen Umfeld. Strategien können so zielgerichteter definiert und Chancen und Risiken umfassender identifiziert und genutzt bzw. bewältigt werden.

Somit sind die Elemente aus Kapitel 4 der ISO-Managementsysteme keine weltfremden Forderungen, sondern sie unterstützen die Präsenz der Fachthemen aus der „ISO-Welt“ in der Unternehmensstrategie und somit den Unternehmenserfolg.

Quellen: ISO 9001:2015.
Anni Koubek: Praxisbuch ISO 9001:2015.

Paul/Wolny: Instrumente des strategischen Managements

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